WordPress ist berühmt dafür, wie einfach sich das System auf einem Server installieren lässt. In wenigen Schritten ist das grundlegende Setup erledigt und dem ersten Login auf der eigenen Website steht nichts mehr im Wege.

Wie bei vielen Dingen fängt aber auch mit WordPress die Arbeit in Wirklichkeit erst nach der Installation so richtig an. Immerhin gilt es, den neuen Webauftritt mit Leben und Informationen zu füllen.

Noch vor dem Schreiben des ersten Blogeintrages sollten aber ein paar grundlegende Konfigurationen vorgenommen werden. Denn natürlich kann der Installer viele Dinge nicht einfach vorausahnen, weswegen in einem frisch installierten WordPress doch noch das eine oder andere auf seine Erledigung wartet:

1) Titel, Slogan und Zeitzone einstellen

Unter dem Menüpunkt „Einstellungen -> Allgemein“ im Admin-Backend von WordPress wird festgelegt, welchen Titel die Seite tragen soll. Wird kein grafisches Logo für die Kopfzeile der Seite verwendet, zeigen die meisten Themes dort den Titel an und verlinken ihn zur Startseite.

Auf der gleichen Seite lässt sich auch ein Slogan eintragen, welcher von vielen WordPress-Themes unter dem Titel angezeigt wird. Voreingestellt steht in der Zeile „Ein weiteres WordPress Blog“ was natürlich geändert oder zumindest entfernt gehört. Wer keinen Slogan verwenden möchte, kann die Zeile nämlich einfach leer lassen.

Anschließend sollte noch die Zeitzone der Seite überprüft werden. Normalerweise ist diese nach der Installation schon auf einen vernünftigen Wert voreingestellt (bei deutschsprachigen Seiten in der Regel „Berlin“). Aber Vorsicht ist eben besser als Nachsicht.

2) Permalink-Struktur festlegen

Der Menüpunkt „Einstellungen -> Permalinks“ führt zu einer der wichtigsten Entscheidungen, welche am besten gleich zu Anfang getroffen werden sollte. Nachträgliche Änderungen der Linkstruktur können nämlich erheblichen Einfluss auf die Sichtbarkeit im Web haben und (wenn auch meist temporär) empfindliche Rankingverluste mit sich bringen!

Sowohl aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit, wie auch in Sachen Suchmaschinenoptimierung (beide Faktoren gehen in der Regel eben Hand in Hand), ist die Standardeinstellung, bei der Beiträge und Seiten über ihre ID verlinkt werden die ungünstigste aller Varianten.

Auf jeden Fall sollten die Inhalte einer Seite mit sprechenden Links verknüpft sein. Ob man dabei nur den Beitragsnamen/-titel, oder zusätzlich noch das Datum verwendet ist teilweise auch Geschmacksache.

Abzuwägen gilt es, dass es einerseits für die Platzierung auf Google günstig ist, wenn Schlüsselbegriffe bereits im Link zu einem Artikel enthalten sind. Andererseits gibt aber nach allgemeiner Auffassung auch einen Malus auf zu lange Linkstrukturen.

3) Ungenutzte Themes und Plugins löschen

WordPress wird von Haus aus mit ein paar vorinstallierten Themes und Plugins eingerichtet, welche aber zumeist nicht gebraucht werden.

Prinzipiell gilt bei allen Erweiterungen der Grundsatz: So viele wie nötig, aber so wenige wie möglich!

Alles was nicht unbedingt gebraucht wird, sollte daher deaktiviert und gelöscht werden. Das gilt auch und insbesondere für relativ sinnfreie Relikte á la „Hello Dolly“.

4) Antispam-Plugin installieren/einrichten

Ein Spamschutz für die eingebaute Kommentarfunktion schützt nicht nur das öffentliche Ansehen des Webauftrittes, sondern wirkt sich auch positiv auf die Lebenserwartung von Administratorinnen und Administratoren aus.

Es gibt eine ganze Reihe gut funktionierender und populärer Lösungen, die WordPress effektiv vor dem Missbrauch seiner öffentlichen Räume schützen. Das bereits bei der Installation mitgelieferte „Akismet“ ist eine Variante, setzt aber einen Account bei Akismet.com voraus.

Beim VFSI setzen wir in der Regel (Stand 2015) das ebenfalls äußerst beliebte und erfolgreiche freie Plugin „Antispam-Bee“ ein. Dieses ist leicht im Plugin-Repository von WordPress zu finden und funktioniert nach unserer Erfahrung (vor allem wenn man die Funktion zum Abgleich mit Spamdatenbanken aktiviert) sehr gut.

5) XML-Sitemap hinzufügen

Den diversen Spiderbots von Google und anderen Suchmaschinen ihre Arbeit zu erleichtern sollte naturgemäß in den Überlegungen jedes Web-Admins hohe Priorität haben.

Sogenannte XML-Sitemaps tragen maßgeblich dazu bei, den Suchmaschinen auch tatsächlich alle Inhalte einer Website zu melden und Veränderung leicht erkennbar zu machen.

Von Haus aus verfügt WordPress noch nicht über eine automatische Sitemap, wie (fast) alles lässt sie sich aber sehr leicht mit Plugins nachrüsten. Zwei gute Möglichkeiten dazu bieten die Plugins „WordPress SEO by Yoast“ welches neben der Sitemap noch eine Reihe anderer Verbesserungen in Sachen Suchmaschinenoptimierung anbietet (aber damit auch mehr Konfigurationsaufwand verursacht) und „Google XML Sitemaps“.

Letzteres macht genau was der Name sagt: Es stellt eine automatisch generierte Sitemap zur Verfügung und meldet diese an die wichtigsten Suchmaschinen.

6) Beispiel-Inhalte löschen

Bevor es nun daran geht, das neu erstellte WordPress-Blog mit attraktiven Inhalten zu befüllen, sollte man keinesfalls vergessen, die Beispielinhalte zu löschen!

Nichts sieht seltsamer aus, wie ein Blog, bei dem der erste Post auch nach Jahren ansonsten fleissiger Arbeit noch den sinnigen Titel „Hallo Welt“ trägt.

Gleich nach der Installation sind die Inhalte noch übersichtlich, da lohnt es sich auf jeden Fall, alle Bereich einmal durchzusehen und diverse Einführungsbeispiele zu löschen.

So weit unsere Vorschläge für die ersten Schritte mit neuen WordPress-Installationen. Verbesserungsvorschläge oder Kritik nehmen wir natürlich jederzeit an.

Auch wer weitere Informationen oder Hilfe bei konkreten Problemen mit WordPress braucht, kann sich gerne per E-Mail an unser Büro wenden.