Eigentlich ist es kein Wunder, dass Stress und dadurch verursachte Burnouts gerade in Freiwilligenorganisationen besonders verbreitete Probleme sind. Immerhin opfern die meisten Menschen für die gute Sache nicht nur einen Teil ihrer Freizeit (anstatt sich zu entspannen), sondern es herrscht wegen des großen emotionalen Engagements auch ein ganz besonderer Leistungsdruck.

Um so wichtiger ist es für den erfolgreichen Betrieb einer gemeinnützigen Gesellschaft, rechtzeitig vorzubeugen und dem Verlust wertvoller Mitstreiterinnen und Mitstreiter Einhalt zu gebieten. Folgende Maßnahmen haben sich dafür als Hilfreich erwiesen:

Entspannungsrituale fördern

Meditation und Zeiten für Achtsamkeitsübungen können sehr viel zur Vermeidung von Stress und Burnout beitragen. Auch leichte sportliche Betätigung, Stretching, das Schreiben von Tagebüchern, oder die aktive Beschäftigung mit Kunst haben positive Wirkung.

In vielen Fällen braucht es nur einen kleinen Anstoß, um solche positiven Gewohnheiten aufzunehmen. Entsprechende Angebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (egal ob ehrenamtlich oder angestellt) lassen sich relativ einfach organisieren und machen sich schnell bezahlt. Eventuell lässt sich dazu sogar auf Know-How aus den eigenen Reihen zurückgreifen?

Regelmäßige Mahlzeiten und gesunde Ernährung

Was bei landwirtschaftlichen Helfern oder Handwerkern zum guten Ton gehört, sollte eigentlich auch im ehrenamtlichen bzw. gemeinnützigen Bereich selbstverständlich sein: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen regelmäßig und ausreichend mit Getränken und Nahrung versorgt werden.

Vernünftige Pausenzeiten und gemeinsam eingenommenes gesundes Essen sorgen für sozialen Austausch, stärken die „Familienbande“ und geben neue Energie.

Grenzen setzen

Im Non-Profit Bereich sind es nicht so sehr die „Arbeitgeber“, welchen Grenzen gesetzt werden müssen. Im Gegenteil, häufig liegt das Problem viel mehr in der gnadenlosen Selbstausbeutung gerade der Freiwilligen. Hier rechtzeitig und verbindlich Grenzen zu setzen ist extrem wichtig. Wer an Burnout erkrankt, kann niemandem mehr helfen, ganz im Gegenteil.

Es liegt an Vorständen und Führungskräften, klare Regeln aufzustellen, durch die jede Form der Überbeanspruchung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermieden wird. Die Einhaltung dieser Regeln muss in tauglicher Form regelmäßig kontrolliert werden. Denn kaum etwas ist schwieriger, als Menschen mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein daran zu hindern, sich selber gnadenlos in Grund und Boden zu wirtschaften. Vor allem dann, wenn womöglich in der Organisation auch noch ein (ganz besonders schädliches) Wettkampfklima herrscht.

Technologiefreie Tage

Moderne Technik schafft unglaubliche Möglichkeiten. Sie produziert aber auch ihren ganz eigenen Druck und Stress. Wie sehr wir tatsächlich unter dieser Belastung leiden, merkt man erst so richtig, wenn man „technologiefreie“ Tage einführt.

Zu diesen Zeiten sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vollständig auf die Verwendung von Computern/Laptops und Smartphones verzichten. E-Mail Abruf und Internetrecherche sind verboten. Wer schreiben oder rechnen muss, greift zu Stift und Papier.

Allerdings macht es natürlich Sinn, die technologiefreien Zeiten planvoll und gleichmäßig zu verteilen, damit nicht die gesamte Mannschaft plötzlich aus der Neuzeit herausfällt.

Kreativität gezielt Raum geben

Kreative Betätigung hat sich als wirksames Gegenmittel gegen Stress und Burnout bewährt. Diese Tatsache lässt sich zum allseitigen Vorteil nutzen. Immerhin braucht es sowieso eine Menge kreativen Inputs für die effektive Entwicklung und den Betrieb einer nicht gewinnorientierten Organisation. Wer alle Helferinnen und Helfer in kreative Planungs- und Ideenfindungsprozesse mit einbindet, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

All diese Maßnahmen lassen sich mit wenig Aufwand und vor allen Dingen ohne großen finanziellen Einsatz anwenden. Burnout ist deswegen gerade auch im gemeinnützigen Bereich kein unvermeidbares Übel, sondern im Gegenteil relativ leicht vermeidbar.