Im Desktopbereich fällt es alternativen Angeboten nach wie vor schwer, sich gegen das Gewohnheitsleiden Microsoft-Windows durchzusetzen. Obwohl Linux auch für Büroandwender und Gamer von Jahr zu Jahr attraktiver geworden ist, wird der Markt im großen und ganzen doch noch ganz klar von Gates und Co. dominiert.

Wirft man aber einen Blick auf die leistungsfähgisten öffentlichen Server sowie die schnellsten Supercomputer der Welt, dann zeigt sich ein vollkommen anderes Bild:

An der ersten Million der wichtigsten Internetserver (gestaffelt nach dem durchwegs anerkannten Alexa-Ranking) hält Linux mit Anfang 2015 96,6 Prozent. Von Giganten wie Google und Amazon, über praktisch alle bekannten sozialen Netze, Videoplattformen, Bilderdienste und Cloud-Speicher Anbieter, bis hin zu viel besuchten Schmuddelecken („the internet is for porn!“) läuft alles auf Linux, meist in Verbindung mit den Open-Source Webservern Apache und Nginx.

Noch deutlicher ist die Vormachtstellung aber in der Königsklasse der Datenverarbeitung, den Supercomputern. In der regelmäßig veröffentlichten Liste der 500 leistungsfähigsten Rechner der Welt finden sich 486 Systeme mit Linux als Betriebssystem, alle Spitzenpositionen sind klar in Händen des Platzhirsches.

Egal was man gegen Linux am Desktop eventuell an Argumenten vorbringen kann (und ja, es gibt natürlich auch „Problemzonen“), geringere Zuverlässigkeit oder Leistungsfähigkeit kann man angesichts dieser Fakten wohl kaum noch vorbringen.