Das Fehlen wirklich ausgereifter, professioneller Videoschnittsoftware ist (neben dem ebenfalls unterentwickelten Desktop-Publishing) ein bedauerlicher Schwachpunkt im Open-Source Fundus. Zwar gibt es mit Kdenlive und Openshot durchaus brauchbare Software, beide Projekte richten sich aber eher an Hobbyfilmerinnen und -filmer. Am ehesten erfüllt erstaunlicher Weise noch der im 3D-Multitalent Blender verbaute Video-Editor die Erwartungen professioneller Anwenderinnen und Anwender.

Zum Glück für Organisationen und Einzelkämpfer mit knappem Budget springt in diesem Fall aber mit Lightworks ein kommerzieller Anbieter in die Bresche. Deren auch schon mal für große Hollywood-Produktionen herangezogene gleichnamige Schnittsoftware steht in der Basisvariante nämlich kostenlos zur Verfügung. Und das sowohl für Windows, als auch MacOS und Linux.

Ein paar Einschränkungen muss man natürlich schon in Kauf nehmen, etwa dass die kostenlose Version keine Videos in 1080p produziert und die Endergebnisse auch nicht direkt auf DVD oder Blu-Ray ausgeben kann. Für die alltägliche Arbeit selbst in medial sehr aktiven Organisationen ist das aber ohnehin nicht von überragender Bedeutung.

Für qualitativ hochwertige Youtube-Beiträge und ähnliche Anwendungsszenarien reicht 740p als Auflösung auf jeden Fall, Full-HD scheitert oft sowieso an der dafür nicht geeigneten Aufnahmehardware. Wer partout darauf angewiesen ist, für den ist Lightworks-Pro mit rund 340 Euro für die unbegrenzt gültige Lizenz immer noch eine vergleichbar erschwingliche Alternative.

Auf http://www.lwks.com/ steht die jeweils aktuellste Version von Lightworks zum Download bereit.  Praktische Anleitungen zum Einsatz gibt es unter anderem in unserem Online-Kurs „Publishing und Mediengestaltung für Non-Profits“.